Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Folgende Kapitel gestalten den Bielefelder Bloomsday:

 

4. Kapitel: Kalypso

Ort: TOR 6 Theaterhaus

Zeit: 10:00 Uhr

Lesung und Musik

Beim Anzeigenverkäufer Leopold Bloom in der Eccles Street 7 beginnt der Tag um 8 Uhr morgens. Der 40-jährige Ire ungarisch-jüdischer Herkunft bereitet in der Küche sorgsam das Frühstück für seine Frau Marion, genannt »Molly«.
Bloom isst gerne Innereien. Auf dem Weg zum Metzger Dlugacz, wo er eine Niere erwirbt, taxiert er die Umgebung nach ihrem ökonomischen Wert und verliert sich in Tagträumen über die Faszination des Fernen Osten sowie den erwachenden Sexus eines vor ihm laufenden Mädchens. Auf dem Rückweg trübt sich seine Stimmung im Gedanken an weibliche Untreue, die Leiden der Juden, die Ödnis der Wüste und die eigene Vergänglichkeit. Zuhause zurück, brät er die Niere und bringt Molly Frühstück und Post, darunter ein Brief von Milly, ihrer Tochter und ein Brief von Blazes Boylan, den sie unter ihr Kopfkissen schiebt. Boylan ist ihr Konzertmanager – und Bloom vermutet auch ihr Liebhaber. Er ist mit ihr um 16:00 Uhr verabredet, um mit ihr Lieder wie „Seaside Girl“, „Love's Old Sweet Song“ oder Arien aus dem „Don Giovanni“ einzustudieren. Bloom läßt der Gedanke an ihr Stelldichein den  ganzenTag über nicht mehr los.
In der Küche liest er dabei den Brief seiner Tochter Milly. Sie geht auswärts in die Lehre als Photographin und hat einen Studenten kennen gelernt. Anschließend liest Bloom im Klohäuschen die Zeitung. Der Glockenschlag der George's Church erinnert ihn an Dignams Beerdigung.

 

6. Kapitel: Hades

Ort: Ostmannturm

Zeit: 11:30 Uhr

Lesung und Musik

Um 11 Uhr trifft Bloom vor dem Haus des verstorbenen Paddy Dignam seine Bekannten Martin Cunningham, Jack Power und Simon Dedalus. In der Kutsche folgen sie dem Sarg durch Dublin zur Beisetzung. Blooms Gedanken schweifen zu seinem, elf Tage nach der Geburt verstorbenen Sohn Rudy, zum Suizid seines eigenen Vaters oder der Ähnlichkeit von Molly und Milly. Vorbei an Gaswerk, Oper, Denkmälern und Straßenzügen dreht sich das Gespräch vorwiegend um Alltagsgeschichten aus dem Stadtleben Als die vier den Friedhof erreichen, ist Dignams Sarg längst vor Ort. Die Trauergäste bedrücken die ärmlichen Verhältnisse, in denen Dignam Frau und Kinder zurückgelassen hat. Die Zeremonie begleitet Bloom mit ironischen und das Geschehen profanisierenden Gedanken. Am Ende des Begräbnisses begegnet Bloom Mr. Menton, ein ehemaliger Verehrer von Molly, mit dem er sich vor Jahren siegreich geprügelt hatte.

 

11. Kapitel: Sirenen

Ort: Kulturhaus

Zeit: 13:00 Uhr

Musikalische Performance

Als Prolog montiert Joyce einen klangpoetisch verdichteten Text aus Sätzen, Motiven und Geräuschwörtern. Die Sirenen selber personifizieren die Bardamen des Ormond Hotels.
Bloom sieht zufälligerweise zum dritten Mal auf der Straße Boylan, dem er in die Hotelbar folgt. Boylan ist auf 16 Uhr mit Molly verabredet. Er und Lenehan lassen sich aber auf einen Flirt mit den beiden Damen ein und können Miss Douce sogar überreden, ihr Strumpfband gegen die Schenkel klatschen zu lassen. Boylan hat es beim Blick auf die Uhr eilig und geht – zu Molly. Bloom weiß das, bleibt zurück, sitzt neben Richie Goulding, dem Onkel Stephens, und schreibt Martha Clifford einen Brief, bevor er die Bar verlässt.
Musik ist die Kunst dieses Kapitel. Von und über Musik wird geredet und erzählt. Die Lieder handeln von unglücklicher Liebe und einem von den Briten erhängten Bauernjungen.

 

12. Kapitel: Cyclopen

Ort: Eulenspiegel Buchladen

Zeit: 18:30 Uhr

Lesung und Musik

Inhalt: »In angeberisch-grobschlächtiger Sprache berichtet ein namenloser Ich- Erzähler von seinem Treffen mit Joe Hynes in Barney Kiernans Pub. Bloom wartet derweil draußen auf Martin Cunningham, um gemeinsam der Witwe Dignam zu helfen, die Lebensversicherung ihres Mannes einzuklagen.
Als Bloom den Pub betritt, um ihn dort zu suchen, lässt er sich in das Kneipengespräch über Dignam und die Todesstrafe ziehen.
Als das Gespräch sich tagespolitischen Themen zuwendet, gerät Bloom ins Visier des „Bürgers“, der für die irische Unabhängigkeit eintritt. Bloombekennt sich als Ire, fügt aber heroisch hinzu: mosaischer Abstammung – und verlässt den Raum. Währenddessen trifft der nichts ahnende Cunningham ein und beantwortet Nachfragen zu Bloom. Die antisemitische Stimmung eskaliert durch den „Bürger“, als Bloom zurückkehrt. Cunningham und er können nur mit einer Kutsche dem aufgebrachten Mob entfliehen. 

 

15. Kapitel: Circe

Ort: Irish Pub

Zeit: 20:00 Uhr

Musikalische Performance

Bloom besucht mit Stephen Dedalus, unabhängig voneinander, Bella Cohens Bordell im Red Light District Dublins.
In einer Art Traumspiel greift Joyce das Thema der Vaterschaft erneut auf und parodiert es in extremer Weise, indem er Bloom zur Frau und schwanger werden sowie gebären lässt.
In einer sado-masochistischen Sequenz wird er von der Domina Bella zur gegenseitigen Lust gequält.
Am Ende flieht Stephen, von Bloom begleitet, aus dem Bordell. Nachdem Stephen draußen von einem Soldaten niedergeschlagen wird, kümmert sich Bloom – hier nun wieder in einer fürsorglichen Vaterrolle – um den Bewusstlosen.

 

18. Kapitel: Penelope

Ort: Telekom-Haus

Zeit: 22:00 Uhr

Inszenierung

Es ist Nacht in Dublin. Leopold Bloom hat sich, nachdem er Molly von den Ereignissen des Tages erzählt hat, zu ihren Füßen ins Bett gelegt. Molly hatte schon geschlafen, doch jetzt strömen ihre Gedanken frei. Der Tag mit allen seinen Eindrücken, Erlebnissen, Geräuschen spielt sich wieder in ihrem Bewusstsein ab, durchbrochen von Kindheitserinnerungen, erotische Gedanken, Erinnerungen an ihre Jugend in Gibraltar, Gedanken an die Kinder und ihren Mann Leopold und an frühere Wohnorte. Ohne Punkt und Komma. Und endet, trotz aller Zweifel mit einem Bekenntnis zu Leopold.